Hasenfelle
Hasenfelle und Kaninchenfelle gehören zu den ältesten und vielseitigsten Naturmaterialien, die Menschen für Kleidung, Ausrüstung und Dekoration genutzt haben – von der Frühgeschichte über das Mittelalter bis heute. Ob als Besatz an historischen Gewandungen, als dekoratives Element im Heerlager oder für kreative Handarbeitsprojekte: echte Hasenfelle bringen eine Textur und Wärme mit, die kein Kunstfell ersetzen kann.
Was ist ein Hasenfell – und warum heißt es manchmal Kaninchenfell?
Zoologisch betrachtet sind Hase (Lepus) und Kaninchen (Oryctolagus cuniculus) zwei verschiedene Tierarten. Im alltäglichen Sprachgebrauch und im Handel hat sich „Hasenfell" jedoch als Oberbegriff für beide etabliert – obwohl es sich bei den im Handel erhältlichen Fellen fast ausschließlich um Kaninchenfelle handelt. Wildhasen werden in Europa kaum in dem Umfang bejagt, der einen regelmäßigen Fellhandel ermöglichen würde.
In der Rauchwarenbranche – dem traditionellen Pelzhandel – ist der historische Fachbegriff „Kanin" für Kaninchenfell noch immer gebräuchlich. Kürschner und Pelzhändler verwendeten diesen Begriff jahrhundertelang, um das Fell von Zuchtkaninchen von anderen Pelzwaren abzugrenzen. Wer also nach einem echten Hasenfell sucht, findet im Handel in der Regel ein gegerbtes Kaninchenfell – und das ist auch gut so, denn Kaninchenfelle zeichnen sich durch ihr besonders weiches, dichtes Haar und eine geschmeidige Lederseite aus.
Wofür wurden Hasenfelle historisch verwendet?
Der Pelzhandel war im Mittelalter ein bedeutender Wirtschaftszweig – und Kaninchenfell spielte dabei eine wichtige, wenn auch nicht die glamouröseste Rolle. Während Hermelin, Zobel und Marder den Hochadel zierten, war Kanin das Fell der breiteren Bevölkerung: erschwinglich, weit verbreitet und dennoch warm und angenehm zu tragen.
Typische Verwendungen im Mittelalter und der frühen Neuzeit umfassten das Füttern von Mänteln und Umhängen, den Besatz an Hauben, Kapuzen und Handschuhen sowie die Verarbeitung zu einfachen Pelzgarnituren. Besonders in den kälteren Monaten war ein gefüttertes Kleidungsstück kein Luxus, sondern schlichte Notwendigkeit. Die Qualität des verwendeten Fells verriet dabei einiges über den gesellschaftlichen Stand seines Trägers: Feinere Unterwolle und gleichmäßigere Färbung waren Zeichen für besser gegerbte und sorgfältig ausgewählte Ware.
Für Reenactoren und alle, die sich mit mittelalterlicher Kleidung und Gewandung beschäftigen, ist das Wissen um diese historischen Verwendungsweisen wertvoll – denn es ermöglicht eine authentische Rekonstruktion von Alltagskleidung ebenso wie von repräsentativer Festtracht.
Einsatzmöglichkeiten heute: Was macht man mit Hasenfellen?
Hasenfelle eignen sich hervorragend als dekorative Elemente auf Tischen, Regalen oder Sideboards. Im Kontext von Mittelaltermärkten und Heerlagern schaffen sie gemeinsam mit anderen Naturfellen ein stimmiges, authentisches Ambiente. Wer sein Lager mit echten Materialien ausstatten möchte, findet in Hasenfellen ein einfaches und wirkungsvolles Mittel, um den Charakter des Aufbaus zu unterstreichen.
Als Futter oder Besatz lassen sich Kaninchenfelle an Mittelalter-Umhängen und Mänteln, Gugeln, Hauben und Mittelalter-Handschuhen verarbeiten. Die weiche Lederseite lässt sich gut nähen, schneiden und anpassen. Wer historische Gewandungen mit einem echten Fellbesatz aufwerten möchte, findet in gegerbten Kaninchenfellen ein Material, das sich gut in Handarbeit verarbeiten lässt.
Kaninchenfelle sind ein beliebtes Material für Bastelprojekte, Trachten und Kostüme. Sie lassen sich zuschneiden, aufkleben oder annähen und eignen sich für die Herstellung von Mützen, Schlüsselanhängern, Taschenapplikationen oder kleinen Dekorationsobjekten. Die natürliche Farbvielfalt – von Weißtönen über Grau bis Braun – eröffnet gestalterischen Spielraum ohne aufwendiges Färben.
Im LARP und Reenactment steigern echte Naturmaterialien die Glaubwürdigkeit einer Darstellung erheblich. Hasenfelle können als Wandbehang im Zelt, als Unterlage auf einer Truhe oder direkt als Bestandteil einer Gewandung eingesetzt werden. Kombiniert mit Wollstoffen und Leder entsteht ein Gesamtbild, das sich deutlich von synthetischen Alternativen abhebt.
Kaninchenfelle finden auch im Handwerk Verwendung – etwa als Unterlage beim Polieren, als Material für traditionelles Schuhwerk oder im Sattlerhandwerk. Manche verwenden kleinere Stücke als Hundespielzeug oder für die Falknerei. Die Bandbreite möglicher Einsatzzwecke macht das Kaninchenfell zu einem der universellsten Naturfelle überhaupt.
Wert und Preis: Was ist ein Kaninchenfell wert?
- Preis je Fell: ca. 7–15 € für gegerbte Einzelfelle
- Einsteigerfreundlich, breite Verfügbarkeit
- Weiches Haar, geschmeidige Lederseite
- Häufig als Nebenprodukt der Fleischproduktion
- Naturfarben und gefärbt erhältlich
- Ideal für Dekoration, Besatz und Bastelarbeit
- Schaffell: robuster, dicker, höherer Preis
- Rehfell: feiner, schwerer erhältlich, teurer
- Lammfell: ähnlich weich, größere Fläche, höherer Preis
- Kaninchenfell gilt als preiswertester Einstieg
- Kein eigens für Pelz gezüchtetes Tier bei guter Herkunft
- Nachhaltiger Ansatz: Verwertung eines Nebenprodukts
„Ist Kaninchenfell billig?" ist eine häufige Frage – und die Antwort ist differenziert. Im Vergleich zu anderen Naturfellen ist Kaninchenfell tatsächlich preislich zugänglich, was es zum idealen Einstiegsmaterial macht. Die Qualität variiert jedoch je nach Gerbverfahren, Fellgröße und Herkunft erheblich. Gut gegerbte Felle mit reißfester Lederseite und gleichmäßigem Haar sind ihren Preis wert – sie lassen sich besser verarbeiten und halten deutlich länger als günstige Ware mit schlechter Gerbung.
Hasenfelle im Mittelalter-Reenactment und LARP
Pelzbesatz ist historisch vielfach belegt: An Wikinger-Kleidung, an Gugeln und Hauben des Hochmittelalters, an Lagermöbeln und Schlafstätten. Echte Naturfelle sind im Reenactment nicht nur optisch überzeugend – sie transportieren auch eine haptische Qualität, die synthetische Materialien schlicht nicht erreichen.
Für das Heerlager auf einem Mittelaltermarkt bieten Hasenfelle eine einfache Möglichkeit, den Aufbau glaubwürdig zu gestalten: als Wandbehang im Zelt, als Unterlage auf einer Truhe oder gerollt auf dem Bettlager. In Kombination mit Wollstoffen und Leder entsteht ein stimmiges Gesamtbild, das auch erfahrene Reenactoren überzeugt. Wer seine Gewandung mit Fellbesatz aufwerten möchte, findet in den Fellen dieser Kategorie ein direkt verwendbares Material – kein Zuschneiden auf Vorrat nötig, da die Felle bereits in einem handlichen Format von ca. 50 × 30 cm geliefert werden.
Die gesamte Kategorie Felle & Decken bietet weitere Naturmaterialien für Lager und Gewandung – von Schaffellen über Rentierfelle bis zu Wolldecken.
Natürliche Farben und Eigenschaften – worauf du beim Kauf achten solltest
| Eigenschaft | Gut gegerbtes Fell | Mindere Qualität |
|---|---|---|
| Lederseite | Geschmeidig, reißfest, gleichmäßig | Spröde, reißt leicht |
| Haar | Flauschig, fest verankert, gleichmäßig | Haarausfall schon bei leichtem Zug |
| Geruch | Neutral bis leicht ledrig | Unangenehm, chemisch oder faulig |
| Farbe | Naturfarben als Unikat, keine zwei Felle identisch | Fleckig, ungleichmäßig gefärbt |
| Verarbeitbarkeit | Gut näh- und schneidbar | Schwer zu verarbeiten, bricht |
| Maße | Ca. 50 × 30 cm pro Fell | Stark variierend, oft kleiner |
Kaninchenfelle in gemischten Naturfarben sind Unikate – kein Fell gleicht dem anderen. Grautöne, Braun, Weiß und Übergänge zwischen diesen Farben machen jeden Kauf zu einem kleinen Überraschungspaket. Wer ein bestimmtes Farbschema benötigt, sollte gezielt nach gefärbten Fellen suchen; für Reenactment und historische Verwendungen sind Naturfarben in der Regel die erste Wahl. Bei der Pflege gilt: trocken lagern, nicht nass waschen, gelegentlich auslüften – dann hält ein gut gegerbtes Kaninchenfell viele Jahre.
Egal ob du ein authentisches Lagerambiente auf dem nächsten Mittelaltermarkt schaffen, deine Gewandung mit echtem Fellbesatz aufwerten oder einfach ein vielseitiges Naturmaterial für Handarbeit und Dekoration suchst – in dieser Kategorie findest du echte Hasenfelle in natürlichen Farben, die du direkt verwenden oder weiterverarbeiten kannst.
Häufig gestellte Fragen
Zoologisch sind Hase (Lepus) und Kaninchen (Oryctolagus cuniculus) verschiedene Tierarten. Im Handel bezeichnet 'Hasenfell' meist Kaninchenfell, da Kaninchen in Zucht gehalten werden und ihre Felle regelmäßig verfügbar sind. Wildhasenfelle sind dagegen kaum im Handel erhältlich. Der historische Fachbegriff im Pelzhandel lautet 'Kanin'.
Kaninchenfelle eignen sich für eine Vielzahl von Zwecken: als Besatz oder Futter für Mittelalterkleidung, Mützen, Hauben und Handschuhe; als dekoratives Element im Heerlager oder auf dem Mittelaltermarkt; für Bastel- und Handarbeitsprojekte; als Wanddeko oder Tischunterlage. Auch in LARP und Reenactment steigern echte Kaninchenfelle die Authentizität erheblich.
Gegerbte Kaninchenfelle sind im Vergleich zu anderen Naturfellen sehr erschwinglich. Einzelfelle kosten je nach Größe, Gerbqualität und Farbe (Natur oder gefärbt) in der Regel zwischen 7 und 15 Euro. Kaninchenfell gilt damit als preiswerter Einstieg in die Welt der Naturfelle. Qualitätsunterschiede zeigen sich vor allem in der Reißfestigkeit der Lederseite und der Haltbarkeit des Haars.
Echtes Kaninchenfell hat eine spürbar weiche, leicht texturierte Lederseite. Die Haare lassen sich bei guter Gerbung nicht ohne Weiteres in Büscheln herausziehen. Außerdem zeigen echte Felle natürliche Unregelmäßigkeiten in Farbe und Form – kein Fell ist dem anderen identisch. Kunstfell hingegen hat eine gleichmäßige Rückseite aus Gewebe und fühlt sich an Lederseite und Haar anders an.
Kaninchenfelle sollten trocken und luftig gelagert werden. Nicht nass waschen – bei leichter Verschmutzung reicht feuchtes Abtupfen und anschließendes Trocknen bei Raumtemperatur. Gelegentliches Auslüften an frischer Luft hält das Fell frisch. Direkte Sonneneinstrahlung über längere Zeit kann die Farbe ausbleichen, daher ist ein schattiger Lagerplatz ideal.









