Lederfarbe & Lederfett
- Lieferbar
-
Lieferzeit: 3 - 5 Werktage* (CH - Ausland abweichend)
- Lieferbar
-
Lieferzeit: 3 - 5 Werktage* (CH - Ausland abweichend)
- Lieferbar
-
Lieferzeit: 3 - 5 Werktage* (CH - Ausland abweichend)
- Artikel vergriffen
Leder ist ein Naturmaterial, das Pflege braucht – besonders wenn es auf Märkten, im Lager oder beim LARP täglich beansprucht wird. Mit der richtigen Lederfarbe, einem guten Lederfett oder einem Bienenwachs-Balsam hältst du Mittelalter-Schuhe, Gürtel, Taschen und Rüstungsteile dauerhaft geschmeidig, wetterfest und optisch ansprechend.
Lederfarbe, Lederfett & Balsam: Was steckt hinter den Begriffen?
Wer Lederpflege betreibt, begegnet schnell drei verschiedenen Produktgruppen – und nicht jede eignet sich für jeden Zweck:
- Lederfarbe dient ausschließlich dem Einfärben oder Auffrischen der Lederoberfläche. Sie verändert die Optik, pflegt aber das Material selbst nicht. Lederfarbe kommt dann zum Einsatz, wenn ein Gürtel ausgeblichen ist oder ein Stiefel einen neuen Farbton bekommen soll.
- Lederfett ist ein rein pflegendes Produkt: Es rückfettet ausgetrocknetes Leder, macht es geschmeidig und bietet Schutz vor Nässe. Es verändert die Farbe kaum, dunkelt aber pflanzlich gegerbtes Naturleder meist leicht nach.
- Lederbalsam kombiniert beide Funktionen. Gute Balsame enthalten Bienenwachs – eine Komponente, die historisch bereits im Mittelalter verwendet wurde und wasserabweisend wirkt, ohne die Lederstruktur zu belasten.
Als Faustregel gilt: Ist das Leder ausgetrocknet oder spröde, kommt Lederfett oder Balsam zum Einsatz. Soll die Farbe aufgefrischt oder verändert werden, ist Lederfarbe das richtige Mittel. Für Mittelalter-Ausrüstung, die regelmäßig Regen, Staub und mechanischer Belastung ausgesetzt ist, empfiehlt sich ein Balsam mit Bienenwachs als Allround-Produkt für die regelmäßige Pflege.
Lederfett & Lederbalsam: Was ist besser für dein Mittelalter-Zubehör?
- Stark rückfettende Wirkung
- Ideal für stark beanspruchtes, pflanzlich gegerbtes Glattleder
- Geeignet für Schuhe, Gürtel, Sättel und robuste Lederteile
- Macht Leder geschmeidig und wasserabweisend
- Dunkelt Naturleder sichtbar nach
- Nicht geeignet für Wildleder oder chromgegerbtes Leder
- Vaseline ist kein Ersatz: Sie verschließt die Poren, liefert keine Nährstoffe und beschleunigt langfristig die Alterung des Leders
- Kombination aus Pflege und Schutz in einem Produkt
- Bienenwachs bildet eine schützende Oberflächenschicht
- Wasserabweisend, aber atmungsaktiv
- Schonender für empfindlichere Lederarten
- Dunkelt weniger stark nach als reines Lederfett
- Historisch authentische Zutat – Bienenwachs war im Mittelalter ein verbreitetes Pflegemittel
- Empfehlung für Mittelalter-Ausrüstung: Bense & Eicke Bienenwachs Lederbalsam – pflegend, schützend, vielseitig einsetzbar
Leder selbst färben: So funktioniert es
Leder lässt sich grundsätzlich selbst einfärben – wer dabei sorgfältig vorgeht, erzielt dauerhaft gute Ergebnisse. Zwei Typen von Lederfarbe sind auf dem Markt verbreitet:
- Acryl-basierte Lederfarben sind wasserbasiert, decken gut und sind einfach in der Handhabung. Sie eignen sich besonders für großflächige Anwendungen und sind auch für Einsteiger geeignet. Die Haftung ist gut, solange die Oberfläche richtig vorbereitet wird.
- Alkohol-basierte Lederfarben dringen tiefer in die Lederstruktur ein, sind intensiver in der Farbwirkung und halten bei stark beanspruchten Stücken oft länger. Sie eignen sich auch für Wildleder.
Der Ablauf beim selbst Färben folgt immer dem gleichen Grundprinzip:
- Reinigen: Schmutz, Staub und Pflegemittelrückstände mit einem feuchten Tuch oder einem Lederreiniger entfernen.
- Entfetten: Alte Fett- oder Wachsschichten mit einem geeigneten Entfetter oder Isopropylalkohol abnehmen – nur so haftet die Farbe zuverlässig.
- Farbe auftragen: In dünnen Schichten mit einem Schwamm oder weichen Pinsel arbeiten. Jede Schicht vollständig trocknen lassen, bevor die nächste folgt.
- Versiegeln: Ein abschließender Versiegler schützt die Farbe vor Abrieb und verlängert die Haltbarkeit erheblich.
Die Vorvorbereitung entscheidet über das Ergebnis: Wer diesen Schritt überspringt, riskiert, dass die Farbe blättert oder ungleichmäßig haftet. Ein Beispiel für professionell gefärbtes Leder sind die Lederschuhe im Sortiment von Vehi Mercatus, die inhouse in Rinchnach von Hand eingefärbt werden – von Naturbraun in einen Antiklook. Dieser Prozess zeigt, wie viel Unterschied eine sorgfältige Handanfärbung gegenüber rein industrieller Färbung macht.
Natürliche Lederpflegemittel: Was hat sich historisch bewährt?
Wer sich mit Reenactment befasst oder einfach auf chemisch-synthetische Produkte verzichten möchte, greift auf Pflegemittel zurück, die seit Jahrhunderten bewährt sind:
- Rindertalg gilt als das älteste bekannte Lederpflegemittel. Er macht Leder geschmeidig, bietet guten Nässeschutz und ist vollständig natürlichen Ursprungs. Auf historischen Märkten und im Reenactment ist er nach wie vor im Einsatz.
- Bienenwachs bildet eine schützende Schutzschicht auf der Lederoberfläche, ist wasserabweisend und verhindert das Austrocknen. Schon im Mittelalter wurde Bienenwachs zur Lederpflege verwendet – historisch belegt und bis heute wirksam.
- Leinöl eignet sich besonders für sehr trockenes, altes Leder. Es zieht tief ins Material ein und nährt es von innen. Allerdings braucht es lange zum Trocknen und sollte nicht zu großzügig aufgetragen werden.
- Neatsfoot-Öl (Klauenöl) ist ein weiteres traditionelles Mittel, das aus Rinderknochen gewonnen wird. Es pflegt pflanzlich gegerbtes Leder intensiv, dunkelt es aber sichtbar nach – was bei historischen Stücken oft gewünscht ist.
Für LARP-Schuhe und Wikinger-Schuhe aus pflanzlich gegerbtem Leder sind diese natürlichen Mittel oft die bessere Wahl als synthetische Pflegeprodukte, weil sie die Lederstruktur langfristig erhalten, ohne sie zu übersättigen.
Welches Pflegeprodukt für welches Leder? Ein Überblick
| Lederart / Produkt | Empfohlenes Mittel | Pflegehäufigkeit |
|---|---|---|
| Glattleder, pflanzlich gegerbt (Schuhe, Gürtel) | Lederfett / Balsam | Nach jedem Markt, mind. alle 4–6 Wochen |
| Glattleder, chromgegerbt (modernes Leder) | Lederbalsam | Alle 6–8 Wochen oder bei Trockenheit |
| Wildleder / Veloursleder | Spezialspray | Kein Fett – nur Spezialprodukte verwenden |
| Mittelalter-Taschen & Beutel | Bienenwachs-Balsam | 2–3x pro Saison |
| Rüstungsteile, Armschienen | Lederfett / Balsam | Vor und nach der Saison |
| Sehr altes, ausgetrocknetes Leder | Leinöl / Neatsfoot-Öl | Einmalig intensiv, danach Balsam |
Wichtig: Mehr ist nicht immer besser. Zu viel Fett macht Leder dauerhaft weich und instabil – besonders bei Gürteln und Schuhsohlen, die Halt brauchen. Einmal im Monat bei regelmäßig benutzten Stücken reicht in der Regel vollkommen aus.
Altes Leder wieder auf Vordermann bringen: Schritt für Schritt
Bevor du mit der Pflege beginnst, muss das Leder sauber sein. Entferne Schmutz, Staub und Schimmelreste mit einem leicht feuchten Tuch. Alte Pflegemittelrückstände – erkennbar an einer wachsigen oder klebrigen Schicht – lassen sich mit einem Lederreiniger oder verdünntem Isopropylalkohol ablösen. Dieser Schritt ist entscheidend: Wer direkt Fett auf verschmutztes Leder aufträgt, pflegt die Schmutzschicht mit ein, nicht das Leder selbst.
Ausgetrocknetes Leder erkennst du an einer matten, steifen Oberfläche oder an kleinen Rissen, die noch nicht tief gehen. Hier hilft Lederfett oder ein hochwertiger Lederbalsam mit Bienenwachs. Trage das Produkt mit einem weichen Tuch oder den Fingern dünn auf und arbeite es in kreisenden Bewegungen ins Leder ein. Lass es anschließend mindestens 30 Minuten einziehen, bevor du polierst oder einen zweiten Durchgang machst.
Kleine, oberflächliche Risse lassen sich mit einem guten Lederbalsam oft noch behandeln: Das Fett dringt in die Rissstruktur ein und macht das Leder wieder elastisch. Tiefere Risse, die bis zur Lederfaser gehen, lassen sich durch Pflege allein nicht schließen – hier kann ein Lederkleber oder eine spezialisierte Reparaturpaste helfen. Mehrere Pflegedurchgänge über einige Tage verteilt sind bei stark ausgetrocknetem Leder wirkungsvoller als eine einzige intensive Behandlung.
Leder, das großflächig reißt, beim Biegen bricht oder vollständig ausgehärtet ist, lässt sich durch Pflege nicht mehr regenerieren. Auch starker Schimmelbefall, der tief ins Material eingedrungen ist, bedeutet in der Regel das Ende für das Stück. Als Faustregel gilt: Wenn das Leder auf leichten Druck hin reißt statt sich zu biegen, ist die Faserstruktur zerstört. Gut gepflegtes Leder dagegen – regelmäßig gereinigt und eingefettet – hält Jahrzehnte und entwickelt mit der Zeit eine charakteristische Patina.
Ob du deine Mittelalter-Schuhe nach einem langen Markt auffrischst, einen Gürtel neu einfärbst oder altes Leder wieder geschmeidig machen willst – mit dem richtigen Produkt ist das kein Hexenwerk. Schau dich in unserem Sortiment um und greif bei Fragen gern zum Telefon.
Häufig gestellte Fragen
Alkohol-basierte Lederfarben dringen tiefer ins Material ein und halten bei stark beanspruchtem Leder länger. Acryl-basierte Farben decken gut und sind einfacher in der Verarbeitung, haften aber nur zuverlässig, wenn die Oberfläche vorher gründlich gereinigt und entfettet wurde. Entscheidend für die Haltbarkeit ist in beiden Fällen ein abschließender Versiegler.
Lederfett eignet sich vor allem für stark beanspruchtes, pflanzlich gegerbtes Glattleder wie Schuhe, Gürtel und Sättel. Es rückfettet intensiv und bietet guten Nässeschutz, dunkelt das Leder aber merklich nach. Lederbalsam mit Bienenwachs kombiniert Pflege und Schutz in einem Produkt, ist schonender und dunkelt weniger stark nach – ideal für Mittelalter-Ausrüstung, die regelmäßig gepflegt werden soll.
Das ist nicht empfehlenswert. Vaseline verschließt die Poren des Leders, liefert keine echten Nährstoffe und kann die Lederstruktur langfristig schädigen. Für Mittelalter-Leder mit pflanzlicher Gerbung solltest du besser auf spezialisiertes Lederfett, Bienenwachs-Balsam oder traditionelle Mittel wie Rindertalg zurückgreifen.
Historisch bewährt haben sich Rindertalg, Bienenwachs, Leinöl und Neatsfoot-Öl (Klauenöl). Rindertalg und Bienenwachs waren bereits im Mittelalter im Einsatz und sind bis heute für pflanzlich gegerbtes Leder geeignet. Leinöl und Neatsfoot-Öl eignen sich besonders für sehr altes, ausgetrocknetes Leder, da sie tief ins Material eindringen.
Zuerst das Leder reinigen und alte Pflegemittelrückstände entfernen. Dann Lederfett oder einen Bienenwachs-Balsam in dünnen Schichten einarbeiten und gut einziehen lassen. Bei stark ausgetrocknetem Leder helfen mehrere Pflegedurchgänge über einige Tage besser als eine einzige intensive Behandlung. Leder, das beim Biegen bereits bricht, ist allerdings nicht mehr zu regenerieren.









