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Mittelalter Kopfbedeckung: Hut, Kappe und mehr


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Im Mittelalter war eine Kopfbedeckung kein optionales Accessoire, sondern fester Bestandteil der Alltagskleidung – für Bauern und Bürger ebenso wie für Adel und Geistliche. Welche Haube, welcher Hut oder welche Kappe du für dein Outfit wählst, hängt von Epoche, Geschlecht und Anlass ab – dieser Überblick hilft dir, die richtige Wahl zu treffen.

Kopfbedeckungen im Mittelalter: Bedeutung, Funktion und sozialer Rang

Kopfbedeckungen im Mittelalter: Bedeutung, Funktion und sozialer Rang

Unbedeckt das Haus zu verlassen galt im Mittelalter als ungehörig – und das galt für Männer und Frauen gleichermaßen, für den Tagelöhner auf dem Feld ebenso wie für die Stadtbürgerin oder den Ritter. Die Kopfbedeckung hatte dabei stets zwei Dimensionen: Sie schützte vor Wind, Sonne und Kälte, und sie kommunizierte den sozialen Stand ihres Trägers, noch bevor ein Wort gesprochen war.

Einfache Stände trugen Kappen aus gefilzter Wolle oder schlichte Strohhüte – günstig in der Herstellung, zweckmäßig im Alltag. Der Adel hingegen leistete sich aufwendig verzierte Hüte aus Samt und Seide, besetzt mit Goldschnüren, Broschen oder Federn. Diese Unterschiede waren keine Frage des persönlichen Geschmacks, sondern wurden teils durch Kleiderordnungen geregelt.

Eine besondere gesellschaftliche Konvention betraf Frauen: Die verheiratete Frau trug Haube oder Schleier als Zeichen ihres Stands – daher das Sprichwort „unter der Haube sein". Unverheiratete Frauen und junge Mädchen durften ihr Haar bisweilen offen oder mit einem Stirnband geschmückt tragen. Hüte zu tragen war im Mittelalter für alle Stände selbstverständlich – die Frage war lediglich, aus welchem Material und in welcher Form.

Welche Kopfbedeckungen gab es im Mittelalter? Ein Überblick nach Typen

Gugel & Kapuzenschal

Für Männer und Frauen

Die Gugel ist eine Kombination aus Kapuze und Schulterbedeckung – sie schützte vor Regen und Kälte und war im 14. Jahrhundert echte Modeerscheinung. Aus ihr entwickelte sich später das Chaperon. Heute ist der Kapuzenschal ihr direkter Nachfolger im LARP- und Markt-Outfit.

Bundhaube & Coif

Universelle Unterhaube

Die Bundhaube, auch Coif genannt, ist eine eng anliegende Leinenhaube, die direkt auf dem Kopf getragen wurde – meist unter einem Hut, einer Kappe oder einem Schleier. Sie war für Männer wie Frauen verbreitet und diente auch als Schutzunterlage unter dem Helm.

Schleier, Gebende & Fillet

Speziell für Frauen

Schleier und Gebende waren im Hoch- und Spätmittelalter feste Elemente der weiblichen Garderobe. Das Gebende – eine Kinnbinde aus weißem Leinen – kennzeichnete die verheiratete Frau. Das Fillet als schmales Stirnband fixierte den Schleier elegant. Ganz allgemein bezeichnet man mittelalterliche Kopfbedeckungen nach ihrem Typ: Haube, Gugel, Kappe, Hut oder Schleier.

Hüte aus Stroh und Filz

Einfache Stände & Reisende

Der Strohhut schützte vor Sonneneinstrahlung beim Feldarbeiten und war günstig herzustellen. Filzhüte waren robuster und auch im Winter tragbar. Beide Formen zählen zu den ältesten und verbreitetsten Kopfbedeckungen quer durch alle Epochen und sozialen Schichten.

Barett & Kappe

Spätmittelalter & Stadtmode

Das Barett ist eine flache, mützenartige Kopfbedeckung, die im Spätmittelalter aufkam und in der Renaissance ihren Höhepunkt erlebte. Es wurde von Männern der städtischen Mittelschicht und des Adels getragen und ist heute ein charakteristisches Element für Spätmittelalter-Outfits.

Frühmittelalter und Wikinger: Mützen, Kappen und Hauben des Nordens

Das Frühmittelalter stellt Reenactoren vor besondere Herausforderungen: Bildliche Quellen sind rar, und viele Kopfbedeckungen dieser Zeit kennen wir nur aus archäologischen Funden und deren Rekonstruktionen. Für die Wikinger und die Bewohner des frühmittelalterlichen Nordens lassen sich Zipfelmützen (bekannt aus dem Rus-Gebiet) und kompaktere Wollkappen belegen. Die Birka-Mütze gilt als eine der bekanntesten Rekonstruktionen und eignet sich gut als Grundlage für ein stimmiges Frühmittelalter-Outfit.

Materialien dieser Zeit waren in erster Linie Wolle und Fell – Leder kam gelegentlich vor, Leinen eher als Innenfutter. Wer sich für Wikinger-Kleidung interessiert, sollte die eigene Recherche auf Region und Zeitraum eingrenzen: Ein norwegischer Wikinger des 9. Jahrhunderts kleidet sich anders als ein Rus-Händler oder ein dänischer Krieger. Grundlagenrecherche zu Zeit und Ort bleibt für historisch korrekte Darstellungen unverzichtbar.

Hochmittelalter und Spätmittelalter: Bundhaube, Gugel, Schleier und Barett

11.–13. Jh.

Hochmittelalter: Bundhaube und Schleier

Die Bundhaube aus weißem oder naturweißem Leinen war die universelle Unterhaube für Männer und Frauen. Sie wurde selten alleine getragen, sondern diente als Basis unter Hüten, Kapuzen und Schleiern. Für Damen im Hochmittelalter war der Schleier in Kombination mit dem Gebende – einer Kinnbinde aus Leinen – Pflicht: Er kennzeichnete den verheirateten Stand und erklärt bis heute das Sprichwort „unter der Haube sein". Das Gebende wurde mit Gebendenadeln befestigt und saß eng am Gesicht.

14. Jh.

Die Gugel wird zur Modeerscheinung

Im 14. Jahrhundert stieg die Gugel zur echten Modedominante auf. Männer und Frauen trugen sie in leuchtenden Farben und verschiedenen Schnitten. Aus der Gugel entwickelte sich schließlich das Chaperon – eine aufwendigere Kopfbedeckung, die durch gedrehtes Tragen der Gugel entstand und das modische Spätmittelalter prägte.

15. Jh.

Spätmittelalter: Barett und Stadtmode

Das Barett setzte sich im Spätmittelalter als modische Kopfbedeckung der städtischen Bevölkerung und des gehobenen Bürgertums durch. In der Renaissance wurde es noch populärer. Gleichzeitig blieben Haube und Schleier für Frauen fester Bestandteil der Kleidung. Die Kopfbedeckung der verheirateten Frau im Mittelalter heißt Haube oder Bundhaube – eng anliegend, aus Leinen gefertigt, oft mit einer Kinnbinde kombiniert.

Materialien im Vergleich: Wolle, Leinen und Baumwolle für Mittelalter-Kopfbedeckungen

Material Historische Eignung Typische Verwendung Pflege
Wolle Historisch belegt Gugeln, Kappen, Filzhüte, Mützen Ausklopfen oder Ausbürsten; Handwäsche bei Bedarf
Leinen Historisch belegt Bundhauben, Schleier, Gebende, Fillets Waschbar, heiß bügeln möglich
Baumwolle Moderne Interpretation Kapuzenschals, Schleier, Gugel-Varianten Maschinenwaschbar, pflegeleicht
Baumwolle/Leinen (gepolstert) Schutzfunktion historisch Polster-Bundhauben unter Helmen Waschbar, bei 30–40 °C

Wolle war über alle Epochen des Mittelalters das am häufigsten verwendete Material für Kopfbedeckungen – sie ist wärmend, formstabil und lässt sich zu Filz verarbeiten. Leinen dominierte bei Unterlagen und Schleierwerk: leicht, atmungsaktiv und historisch korrekt. Baumwolle ist eine moderne Interpretation, die günstiger in der Herstellung ist und optisch nah an historischen Vorbildern bleibt. Besonders bei Kapuzenschals und Gugeln ist sie heute weit verbreitet. Polster-Bundhauben aus Baumwoll-Leinen-Mischgewebe erfüllen zusätzlich eine praktische Schutzfunktion unter Helmen.

Kopfbedeckung zum Mittelalterfest und LARP: Was passt zu welchem Outfit?

Für den ersten Marktbesuch ohne feste Epochenbindung eignen sich Bundhaube oder einfacher Strohhut hervorragend. Beide sind kostengünstig (ab rund 10 €), vielseitig kombinierbar und passen zu vielen Gewandungen. Wer zum Mittelalterfest geht, macht mit einer schlichten Leinen-Bundhaube oder einem Strohut kombiniert mit einer mittelalterlichen Gewandung nichts falsch. Ergänze das Outfit mit einem Gürtel und passenden Schuhen – dann stimmt das Gesamtbild.

Im LARP sind Gugel und Kapuzenschal echte Allrounder. Sie passen zu Händlern, Abenteurern, Diebesgilden-Charakteren und einfachen Dorfbewohnern ebenso wie zu Waldläufern oder kleinen Adligen. Die langen Enden eines Kapuzenschals lassen sich variabel drapieren. Für Krieger-Charaktere mit Helm empfiehlt sich zusätzlich eine gepolsterte Bundhaube als Unterlage – sie sitzt bequem und dämpft Treffer.

Für das Reenactment gilt: Je enger die zeitliche und regionale Eingrenzung, desto besser die Darstellung. Der Coif aus weißem Leinen ist für das 12. und 13. Jahrhundert für Männer wie Frauen gut belegt. Die Gugel dominiert das 14. Jahrhundert. Für Damen im Hochmittelalter sind Schleier und Gebende die historisch korrekte Wahl. Das Barett gehört ins Spätmittelalter ab dem 15. Jahrhundert. Reenactoren empfehlen wir, Grundlagenrecherche zu Region und Zeitraum zu betreiben – die Unterschiede zwischen den Epochen sind erheblich.

Eine Kopfbedeckung wirkt erst dann vollständig, wenn auch der Rest des Outfits stimmt. Ergänze deine Bundhaube oder Gugel mit einer Tasche oder einem Beutel am Gürtel, passenden Schuhen und – wenn nötig – einem Umhang oder Mantel für kalte Tage. Wer auf Accessoires achtet, macht aus einem einfachen Gewand ein stimmiges Gesamtbild.

Mittelalterliche Kopfbedeckungen für Damen: Schleier, Fillet, Gebende und Haube

Mittelalterliche Kopfbedeckungen für Damen: Schleier, Fillet, Gebende und Haube

Der Schleier ist das vielseitigste Grundelement der weiblichen Kopfbedeckung quer durch alle Epochen. Er lässt sich über den Kopf drapieren, mit einem Stirnband fixieren oder unter einem Hut tragen. Aus feinem Leinen gefertigt, ist er leicht, fallenreich und historisch über Jahrhunderte belegt.

Das Fillet ist ein schmales Stirnband – oft aus Leinen gearbeitet – das den Schleier auf dem Kopf hält und gleichzeitig einen eleganten Rahmen für das Gesicht bildet. Es eignet sich besonders für Hochmittelalter-Darstellungen und lässt sich einfach mit verschiedenen Schleiervarianten kombinieren.

Das Gebende ist die typische Kopfbedeckung der verheirateten Frau im Mittelalter. Diese Kinnbinde aus weißem Leinen wurde eng ums Gesicht gelegt und mit Gebendenadeln am Haar oder an der Kleidung befestigt. Sie verhüllte Kinn und Wangen und war im Hochmittelalter weit verbreitet – kein anderes Kleidungsstück signalisierte den Familienstand so eindeutig.

Die Haube reicht von der einfachen Leinenhaube der bäuerlichen Frau bis zur bestickten Kappenform für wohlhabendere Bürgerinnen. Für Frauen im Mittelalter umfasste das Spektrum der Haarbedeckungen damit Schleier, Gebende, Bundhaube, Fillet und Haube in verschiedenen Kombinationen – je nach Epoche, Region und sozialem Stand.

Bei Fragen zu Größe, Epoche oder Kombination hilft das Team von Vehi Mercatus telefonisch Mo–Fr 8–12 und 13–15 Uhr weiter. Alle Kopfbedeckungen der Eigenmarke Vehi Mercatus sind aus reinen Naturfasern – Baumwolle und Leinen, ohne Synthetik. Zusätzlich findest du Modelle von Burgschneider, Battle Merchant, Mythrojan und Lord of Battles. 30 Tage Rückgaberecht inklusive.

Ob du dein erstes Outfit für den Mittelaltermarkt zusammenstellst oder als erfahrener Reenactor eine historisch stimmige Kopfbedeckung suchst – im Sortiment findest du Bundhauben, Gugeln, Schleier, Kappen und Hüte für alle Epochen und Anlässe. Schau dich um und runde deine Gewandung mit der passenden Kopfbedeckung ab.

Häufig gestellte Fragen

Im Mittelalter gab es eine breite Vielfalt: Bundhaube (Coif), Gugel, Schleier, Gebende, Fillet, Strohhut, Filzkappe und Barett. Die Wahl hing von Epoche, sozialem Stand und Geschlecht ab. Einfache Stände trugen Filzkappen und Strohhüte, während Adel und Stadtbürger Zugang zu aufwendig verzierten Modellen aus Samt und Seide hatten.

Je nach Typ trägt sie einen eigenen Namen: Die Bundhaube oder der Coif ist eine eng anliegende Leinenhaube. Die Gugel ist ein Kapuzen-Schulterschal. Das Gebende ist die Kinnbinde verheirateter Frauen. Das Barett ist eine flache Kappe des Spätmittelalters. Der Begriff 'Kopfbedeckung' fasst all diese Formen zusammen.

Für einen Mittelaltermarkt-Besuch empfehlen sich eine einfache Bundhaube oder ein Strohhut als unkomplizierter Einstieg. Kombiniert mit einer mittelalterlichen Tunika oder einem Kleid, einem Gürtel und passenden Schuhen entsteht ein stimmiges Gesamtbild. Wer tiefer einsteigen möchte, kann mit Gugel oder Schleier die Gewandung weiter verfeinern.

Die typische Kopfbedeckung der verheirateten Frau im Mittelalter war die Haube oder Bundhaube, oft kombiniert mit dem Gebende – einer Kinnbinde aus weißem Leinen. Das Sprichwort 'unter der Haube sein' geht genau auf diese Tradition zurück. Sie wurde mit Gebendenadeln am Kopf befestigt und signalisierte den Familienstand eindeutig.

Historisch am häufigsten war Wolle – gefilzt für Kappen und Hüte, gewebt für Gugeln. Leinen dominierte bei Bundhauben, Schleiern und Gebenden. Seide und Samt blieben dem Adel vorbehalten. Heute werden in modernen Nachbildungen auch Baumwolle und Baumwoll-Leinen-Mischungen verwendet, die pflegeleicht sind und dem historischen Vorbild optisch nahekommen.

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