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Wämser - Mittelalter Wams


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Das Wams ist eines der charakteristischsten Kleidungsstücke des Spätmittelalters – körperbetont, modisch und in seiner Vielfalt von schlicht bis prachtvoll. Ob für das Reenactment, LARP oder den Mittelaltermarkt: Hier findest du über 200 Wämser für Herren und Damen aus Wolle, Leinen, Baumwolle und Samt, in Preislagen von rund 35 bis 168 Euro.

Was ist ein Wams? Geschichte und Ursprung

Was ist ein Wams? Geschichte und Ursprung

Das Wams hat seinen Ursprung im Gambeson – der gepolsterten Schutzkleidung, die Ritter unter der Rüstung trugen. Aus diesem funktionalen Unterkleid entwickelte sich ab dem 13. Jahrhundert ein eigenständiges Oberbekleidungsstück, das sowohl vom Adel als auch vom Bürgertum getragen wurde. Die körperbetonte Silhouette wurde zum Markenzeichen der Spätmittelalter-Mode – ein deutlicher Kontrast zur weiten, fließenden Kleidung des Früh- und Hochmittelalters.

Grammatikalisch ist es das Wams (Neutrum), im Plural die Wämser. Das Wort stammt aus dem Altfranzösischen wambais, das auf das Mittellateinische wambasium zurückgeht – ursprünglich das Untergewand des Ritters. Ein verwandter Begriff ist das Doublet der Renaissance, in das sich das Wams im 15. und 16. Jahrhundert weiterentwickelte.

Wichtig: Das Wams unterscheidet sich von der Weste dadurch, dass es sowohl ärmellos als auch mit langen, angenestelten Ärmeln getragen wurde. Die Weste ist stets ärmellos – sie dürfte sich historisch aus dem Wams entwickelt haben.

Historische Entwicklung: Vom Gambeson zum Wams

Frühmittelalter

Gambeson als Schutzkleidung

Der gepolsterte Gambeson dient als Unterlage für Kettenhemd und Rüstung. Er ist aus mehreren Lagen Leinen oder Wolle gefertigt und schützt vor Stößen und Reibung – noch kein modisches Element, sondern reine Schutzfunktion.

13./14. Jh.

Wams als eigenständiges Kleidungsstück

Das Wams löst sich vom militärischen Ursprung und findet Einzug in die zivile Mode. Adel und gehobenes Bürgertum tragen es als Oberbekleidung, oft in Kombination mit Nestelbändern zum Befestigen der Hose.

14./15. Jh.

Spätmittelalter: Körperbetontheit und Farbvielfalt

Die Mode wird zunehmend figurbetonender. Wämser werden enger geschnitten, mit aufwendigen Knöpfen und farbenfrohen Stoffen versehen. Die Schamlatzhose wird am Wams angenestelt. Mittelalterliche Knöpfe werden zur modischen Errungenschaft.

15./16. Jh.

Übergang zum Doublet der Renaissance

Das Wams verfeinert sich zum Doublet – aufwendig gepolstert, verziert und als Statussymbol des Adels unverzichtbar. Die Schnitte werden noch elaborierter, Samt und edle Stoffe setzen sich durch.

Preisübersicht: Wams für jeden Anspruch

Einstieg · 35–50 €

Baumwollwämser in guter Optik für Marktbesucher und Einsteiger. Pflegeleicht, in vielen Farben erhältlich und robust für gelegentlichen Einsatz. Ideal als erste Gewandung oder für Mittelaltermarkt-Besuche. Marken: Leonardo Carbone, Mythrojan.

Reenactment · 60–90 €

Wollmischgewebe mit Leinenfutter und angenestelten Ärmeln – für regelmäßige Reenactoren und LARP-Spieler, die auf Materialqualität achten. Bessere Passform, historisch näher am Original. Marken: Burgschneider, House of Warfare, Battle Merchant.

Historisch · ab 100 €

Reines Wollwams mit Leinenfutter, Samtwams in Festqualität oder aufwendig gefertigte Stücke mit handwerklichem Anspruch. Für anspruchsvolle Reenactoren und Darsteller. Preisspanne bis 168 Euro. Auch aus der Eigenmarke Vehi Mercatus – ausschließlich Naturfasern.

Das komplette Spätmittelalter-Outfit: Was passt zum Wams?

Das komplette Spätmittelalter-Outfit: Was passt zum Wams?

Das Wams ist das Herzstück eines spätmittelalterlichen Herren-Outfits – aber es entfaltet seine Wirkung erst im Zusammenspiel mit der richtigen Begleitung. Als Basis trägt man ein Mittelalterhemd aus Leinen oder Baumwolle, das an Kragen und Ärmeln sichtbar bleibt und dem Gesamtbild Tiefe verleiht.

Darunter gehört eine Schamlatz- oder Kniebundhose, die traditionell am Wams angenestelt wird – dazu mehr im Abschnitt über das Nesteln. Als Schuhwerk passen mittelalterliche Lederschuhe oder Stiefel zum Gesamtbild. Ein Gürtel mit Tasche oder Beutel ergänzt das Outfit praktisch und optisch.

Für den Kopf bieten sich Gugel, Mittelalterlicher Hut oder Kappe sowie eine Bundhaube an – je nach Epoche und Stand. Bei kühlem Wetter vervollständigt ein Umhang oder Mantel das Ensemble. Beim Farbkonzept gilt: Kontrastierende Farben zwischen Hose und Wams – etwa Weinrot kombiniert mit Grün oder Schwarz mit Braun – ergeben einen authentisch spätmittelalterlichen Look.

Wams-Typen im Überblick: Vom einfachen Bürger bis zum Edelmann

Ärmellos & mit Ärmeln

Grundformen des Wams

Das ärmellose Wams funktioniert ähnlich einer Weste und wird über dem Hemd getragen. Die Version mit angenestelten Ärmeln ist historisch korrekt für das 14. und 15. Jahrhundert – die Ärmel können bei Bedarf abgenommen werden.

Rüstwams

Gepolstert, unter Rüstung

Das Rüstwams ist gepolstert und wird unter Kettenhemd oder Plattenpanzer getragen. Es bietet Dämpfung und Tragekomfort. Im Shop findest du Modelle wie das „Rüstwams Wolfenwacht" aus Leinen-Mischgewebe mit Ledergeschnürung.

Samtwams & Wildlederweste

Repräsentativ & robust

Der Samtwams steht für Adel und festliche Anlässe – aufwendig verarbeitet, in Farben wie Weinrot, Schwarz oder Blau. Die Wildlederweste ist eine robuste Alternative, die für Reenactment und LARP gleichermaßen beliebt ist.

Materialien im Vergleich: Wolle, Leinen, Baumwolle und Samt

Material Eignung Eigenschaften
Wolle (Oberstoff) + Leinen (Futter) Historisch Wärmt zuverlässig, atmungsaktiv, historisch belegt – Eigenmarke Vehi Mercatus
Leinen-Mischgewebe Historisch Leicht, atmungsaktiv, angenehm im Sommer – für Leinenwämser und Rüstwämser
Wollmischgewebe LARP Günstiger als reine Wolle, wärmer als Baumwolle – guter Kompromiss für regelmäßigen Einsatz
100% Baumwolle LARP Pflegeleicht, günstig, gute Optik – ideal für Einsteiger und Gelegenheitsträger
Samt Festlich Repräsentativ und edel – für Adelsdarstellungen, Hochzeiten auf dem Markt oder besondere Anlässe
Wildleder LARP Robust und strapazierfähig – besonders als Weste ohne Ärmel sehr beliebt

Annesteln und Nestelbänder: Was steckt dahinter?

Annesteln und Nestelbänder: Was steckt dahinter?

Der Begriff „nesteln" stammt aus dem Mittelhochdeutschen und bezeichnet das Verbinden mit einer Nestel – einem Schnürriemen oder einer Bandschleife. Annesteln war im Mittelalter die zentrale Verbindungstechnik für Kleidung, da der Reißverschluss noch nicht existierte und Knöpfe erst im Verlauf des Spätmittelalters verbreitet wurden.

Praktisch funktioniert es so: Wams und Ärmel verfügten über Nestelöcher – kleine Ösen, durch die Nestelbänder oder Nestelschnüre gefädelt wurden. So ließen sich Ärmel abnehmbar am Wams befestigen oder die Schamlatzhose am Wams halten, ohne dass sie verrutschte. Ohne dieses System hätte die figurenge Hose des Spätmittelalters keinen zuverlässigen Halt gefunden.

Heute sind Nestelschnüre mit Messingspitzen als passendes Zubehör erhältlich – sie erleichtern das Einfädeln und sehen dabei authentisch aus. Wer ein historisch korrektes Wams mit angenestelten Ärmeln trägt, kommt am Nesteln nicht vorbei.

📞 Fragen zur Auswahl? Das Team von Vehi Mercatus berät dich telefonisch Mo–Fr 8–12 und 13–15 Uhr. Als Trusted-Shops-zertifizierter Fachhandel mit über 20 Jahren Erfahrung im Mittelalter-Bereich gilt zudem ein 30-tägiges Rückgaberecht.

Mit über 200 Wämsern in allen Materialien, Stilen und Preislagen findest du hier das passende Kleidungsstück für dein Spätmittelalter-Outfit – vom ersten Marktbesuch bis zum anspruchsvollen Reenactment. Stöber durch die Kollektion und vervollständige deine Gewandung.

Häufig gestellte Fragen

Das Wams ist ein spätmittelalterliches Oberbekleidungsstück, das sowohl ärmellos als auch mit langen, angenestelten Ärmeln getragen wurde. Die Weste hingegen ist stets ärmellos – sie hat sich historisch wahrscheinlich aus dem Wams entwickelt. Beide Begriffe werden heute oft synonym verwendet, obwohl sie sich ursprünglich unterschieden.

Historisch wurden Wämser vorwiegend aus Wolle gefertigt und mit Leinen gefüttert. Wolle wärmt zuverlässig und war im Mittelalter leicht verfügbar. Für Reenactment-Ansprüche empfehlen sich Wollwämser mit Leinenfutter. Baumwolle ist eine günstigere, pflegeleichtere Alternative für Einsteiger und Gelegenheitsträger, aber historisch nicht belegt.

Annesteln bezeichnet das Verbinden von Kleidungsstücken mithilfe von Nestelschnüren oder Nestelbändern – schmalen Riemen oder Bändern, die durch Nestelöcher (Ösen) gefädelt werden. Im Spätmittelalter wurden so Ärmel am Wams befestigt oder die Schamlatz­hose am Wams gehalten. Da es weder Reißverschluss noch verbreitete Knöpfe gab, war das Nesteln das zentrale Verbindungssystem der mittelalterlichen Mode.

Die meisten Wämser im Sortiment sind in den Standardgrößen S bis XXL erhältlich. Einzelne Modelle reichen bis 3XL oder 5XL. Die genaue Größenverfügbarkeit ist je nach Modell und Hersteller unterschiedlich – die Produktseiten enthalten jeweils detaillierte Größenangaben mit Maßtabellen.

Einfache Baumwollwämser für Einsteiger sind ab rund 35 Euro erhältlich. Wollmischgewebe mit Leinenfutter und angenestelten Ärmeln liegen im Bereich von 60 bis 90 Euro. Hochwertige Wollwämser mit Leinenfutter oder festliche Samtwämser kosten ab 100 Euro, teils bis zu 168 Euro. Die Preisspanne spiegelt den Unterschied in Material, Verarbeitung und historischer Genauigkeit wider.

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