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Mittelalterliche Taschen- und Gürtelbeschläge


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Gürtelbeschläge und Taschenbeschläge gehören zu den kleinen Details, die ein mittelalterliches Outfit erst vollständig machen – historisch belegt, funktional durchdacht und in Messing oder Bronze ausgeführt, wie es archäologische Funde aus dem Hoch- und Spätmittelalter zeigen.

Was sind mittelalterliche Beschläge – und wozu dienten sie?

Was sind mittelalterliche Beschläge – und wozu dienten sie?

Mittelalterliche Beschläge sind Metallteile, die an Lederriemen, Gürteln und Taschen befestigt wurden – zum Schutz des Leders, zur Verzierung oder um bestimmte Funktionen zu erfüllen. Im weitesten Sinne zählen dazu alle metallischen Applikationen, die auf Leder genäht, genietet oder geschraubt wurden.

Die Bandbreite reicht von schlichten Endbeschlägen an Gürtelriemen über aufwendig gravierte Ziernieten bis hin zu figürlichen Taschenbeschlägen im Spätmittelalter. Dabei war die Trennung zwischen Dekoration und Funktion selten klar: Ein Gürtelendbeschlag, die sogenannte Riemenzunge, erleichterte das Durchziehen des Riemens durch die Schnalle und verhinderte gleichzeitig das Ausfransen des Leders am Ende – und sah dabei gut aus. Taschenbeschläge auf dem Deckel einer Gürteltasche beschwerten diesen, sodass er sich nicht aufwölbte, und verliehen der Tasche gleichzeitig Prestige.

Archäologische Funde aus dem 13. bis 15. Jahrhundert, darunter Stücke aus dem Londoner Bodenfundarchiv, belegen eine erstaunliche Vielfalt an Motiven und Materialien – von schlichten geometrischen Formen bis hin zu heraldischen Symbolen, die den sozialen Stand des Trägers signalisierten. Wer heute mittelalterliche Taschen- und Gürtelbeschläge kauft, greift auf genau diese Fundtradition zurück.

Die wichtigsten Typen: Endbeschläge, Zierbeschläge und Taschenbeschläge im Überblick

Riemenzungen & Endbeschläge

Gürtelendbeschlag / Zunge

Die Riemenzunge sitzt am losen Ende des Gürtelriemens. Sie erleichtert das Durchziehen durch die Gürtelschnalle und das Knoten des Riemens. Gleichzeitig schützt sie das Leder vor Ausfransen. Im Sortiment finden sich Exemplare für Riemen bis 18 mm, 20 mm und 22 mm Breite – Motive reichen vom schlichten Spätmittelalter-Typ bis zum Wolfskopf des 14./15. Jahrhunderts.

Zierbeschläge & Ziernieten

Entlang des Gürtels

Ziernieten wurden entweder nur am herabhängenden Riemenende oder über die gesamte Gürtellänge verteilt. Die Motive folgen klar erkennbaren Epochen- und Standeslogiken: Florale Muster (Fleur de Lis), tierische Symbole (Wolf), heraldische Zeichen (Krone, Kreuz) und spätmittelalterliche Memento-Mori-Motive (Schädel) sind belegt. Erhältlich als 5er- oder 3er-Set in Messing.

Taschenbeschläge & Gürtelhänger

Deckel und Befestigung

Spätmittelalterliche Gürteltaschen trugen auf dem Lederdeckel oft ein oder mehrere Beschläge aus Messing. Die Doppelfunktion: Beschweren des Deckels gegen Aufwölben und sichtbares Statuszeichen. Gürtelhänger kombinieren Befestigungsfunktion und Schmuckelement – sie erlaubten das Einhängen von Messern, Beuteln oder Schlüsseln am Gürtelriemen und sind für Riemen ab 20 mm Breite erhältlich.

Historische Einordnung: Vom Hochmittelalter bis ins Spätmittelalter

11.–13. Jh.

Hochmittelalter

Gürtelbeschläge des Hochmittelalters sind vergleichsweise schlicht gehalten. Geometrische und florale Motive dominieren, die Materialien beschränken sich überwiegend auf Messing und Bronze. Ikonografische Quellen – Buchmalereien, Grabplatten – zeigen Gürtel mit einfachen Endbeschlägen und zurückhaltenden Ziernieten, die über den gesamten Riemen verteilt sind.

13.–14. Jh.

Übergangspfase

Mit dem Wachstum städtischer Wohlstandsschichten nimmt die Vielfalt der Motive zu. Erste figürliche Elemente tauchen auf – Tiere, Wappenzeichen, kirchliche Symbole. Die Beschläge werden sorgfältiger gegossen, Vollmessingguss setzt sich gegenüber Blecharbeit durch. Archäologische Funde aus London und Flandern belegen eine zunehmende Standardisierung.

14.–15. Jh.

Spätmittelalter

Die Blütezeit der Gürtelbeschläge: Heraldische Symbole (Fleur de Lis, Wappen), figürliche Motive (Wolf, Schädel mit gekreuzten Knochen) und religiöse Zeichen prägen das Bild. Taschenbeschläge auf Gürteltaschen werden zu einem eigenständigen Ausdrucksmittel. Soziale Distinktion durch Qualität und Motivwahl ist gut belegt. Im Sortiment finden sich Repliken ab rund 10 €, die sich an diesen Funden orientieren.

Beschläge selber anbringen: Passung, Werkzeug und Riemenbreite

Beschläge selber anbringen: Passung, Werkzeug und Riemenbreite

Das wichtigste Kaufkriterium bei mittelalterlichen Beschlägen ist die Riemenbreite. Jeder Beschlag gibt eine maximale Riemenbreite an – typische Maße sind bis 18 mm, bis 20 mm und bis 22 mm. Wer einen Mittelalter-Gürtel mit 20 mm Riemenbreite trägt, benötigt Beschläge, deren Öffnung mindestens diesen Wert zulässt. Im Zweifelsfall lieber ein Maß größer wählen, da Leder mit Nutzung etwas nachgeben kann.

Die Befestigung erfolgt in der Regel über Nietstiften: Der Beschlag wird auf das Leder aufgesetzt, der Stift durch das vorher mit einem Ahle oder Pfriem vorgestochene Loch gedrückt und auf der Rückseite mit einem Hammer umgekloppt. Spezielles Werkzeug ist nicht erforderlich – Hammer und eine harte Unterlage reichen für die meisten Stiftnieten im Sortiment aus.

Wer eigene Beschläge aus Messingblech anfertigen möchte, findet im Sortiment Rohmaterial in den Stärken 0,5 mm, 0,8 mm und 1,0 mm (jeweils 200 × 200 mm). Damit lassen sich individuelle Zierteile zuschneiden, formen und stanzen. Die Kombination mit passenden Mittelalter-Schnallen aus dem selben Riemenbreitenbereich sorgt für ein stimmiges Gesamtbild. Für fertige Einzelteile zum Taschenbauen gibt es im Shop ebenfalls eine eigene Kategorie.

Material und Verarbeitung: Messing, Bronze und handgefertigte Repliken

Material Typ Eignung Typische Verwendung
Messing (Vollguss) Historisch Sehr gut – hohe Detailschärfe, schweres Gewicht Endbeschläge, Zierbeschläge, Taschenbeschläge
100% Messing Historisch Gut – authentisch wirkend, pflegeleicht Ziernieten-Sets, Gürtelhänger
Messingblech DIY Ideal für Eigenanfertigungen und individuelle Stücke Rohmaterial für Gürtelbeschläge, Messerscheiden
Bronze (Repliken) Reenactment Sehr gut – nach archäologischen Vorbildern Hochwertige Nachbildungen für anspruchsvolle Darstellungen

Messing ist das dominierende Material im Sortiment – und das aus gutem Grund: Archäologische Funde belegen Messing (eine Legierung aus Kupfer und Zink) als das meistverwendete Metall für Gürtelbeschläge im Hoch- und Spätmittelalter. Die Legierung lässt sich gut gießen, nimmt feine Details auf und entwickelt mit der Zeit eine charakteristische Patina. Massivguss-Beschläge haben dabei ein spürbar anderes Gewicht als gestanzte Blechteile – ein Detail, das beim Tragen auffällt.

Bronze-Repliken nach archäologischen Vorbildern sind für anspruchsvolle Reenactment-Darstellungen die erste Wahl, wenn es um belegte Stücke aus spezifischen Fundkontexten geht. Bei der Befestigung gilt: Schraubbefestigung bietet mehr Halt bei schweren Beschlägen, Nietstiften sind schneller angebracht und für die meisten Ziernieten ausreichend.

Beschläge im Gesamtoutfit: Accessoire mit historischem Kontext

Beschläge im Gesamtoutfit: Accessoire mit historischem Kontext

Im mittelalterlichen Alltag wurden Gürtel, Tasche und Messer als zusammenhängendes Ensemble getragen – und Beschläge verbanden diese Teile optisch und funktional. Wer einen Mittelalter-Gürteltasche mit passenden Taschenbeschlägen versieht und den Gürtelriemen mit Ziernieten und einer stimmigen Riemenzunge ausstattet, kommt dem historischen Gesamtbild deutlich näher als mit Einzelteilen ohne Bezug zueinander.

Für Reenactment und LARP gilt: Die Motivwahl sollte zur dargestellten Epoche und zum sozialen Stand der Figur passen. Ein einfacher Bauer des 13. Jahrhunderts trug kaum heraldische Symbole auf dem Gürtel – das war dem Adel vorbehalten. Florale Motive und geometrische Ziernieten sind dagegen über alle Stände belegt. Figürliche Motive wie Wolf oder Schädel mit gekreuzten Knochen sind klare Spätmittelalter-Signale (14./15. Jh.) und wirken in einem Frühmittelalter-Setting anachronistisch.

Für den Mittelaltermarkt gilt: Auch wer keine strenge Reenactment-Linie verfolgt, profitiert von stimmigen Beschlägen. Ein Mittelalter-Messer am Gürtelhänger, eine beschlagene Mittelalter-Tasche am Gürtel und ein Endbeschlag in passendem Motiv – das sind die Details, die ein Kostüm zur Gewandung machen. Die mittelalterlichen Accessoires im Sortiment lassen sich dabei gut auf eine Epoche und einen Materialton abstimmen.

Vehi Mercatus ist seit über 20 Jahren Fachhandel für Mittelalter, Reenactment und LARP – mit persönlicher Beratung Mo–Fr 8–12 und 13–15 Uhr. 30 Tage Rückgaberecht, Trusted Shops Mitglied.

Ob Endbeschlag, Zierniet oder Taschenbeschlag – mit den richtigen Metallteilen bekommt dein Gürtel oder deine Tasche den historischen Feinschliff, der ein Outfit vom Kostüm zur Gewandung macht. Stöber durch das Sortiment und finde die Beschläge, die zu deiner Epoche und deiner Riemenbreite passen.

Häufig gestellte Fragen

Zu den wichtigsten Typen zählen Riemenzungen (Endbeschläge am Gürtelende), Zierbeschläge und Ziernieten entlang des Riemens sowie Taschenbeschläge auf dem Deckel mittelalterlicher Gürteltaschen. Hinzu kommen Gürtelhänger, die das Einhängen von Messern oder Beuteln ermöglichen. Alle Typen erfüllten sowohl eine praktische als auch eine dekorative Funktion.

Das wichtigste Kriterium ist die Riemenbreite: Jeder Beschlag gibt eine maximale Riemenbreite an (z. B. bis 18 mm, 20 mm oder 22 mm), die zur Breite deines Lederriemens passen muss. Zusätzlich solltest du auf das Material (Messing, Bronze), die Befestigungsart (Nietstift oder Schraube) und die historische Epoche des Motivs achten.

Die meisten Beschläge werden per Nietstift befestigt: Zunächst ein Loch mit Ahle oder Pfriem durch das Leder stechen, den Stift des Beschlags durchführen und auf der Rückseite mit einem Hammer umnieten. Spezielles Werkzeug ist in der Regel nicht notwendig – Hammer und harte Unterlage reichen für die gängigen Stiftnieten.

Im Hochmittelalter (11.–13. Jh.) dominierten schlichte geometrische und florale Motive. Im Spätmittelalter (14./15. Jh.) kamen heraldische Symbole wie Fleur de Lis und Krone, tierische Motive (Wolf) sowie Memento-Mori-Zeichen (Schädel) hinzu. Wer Reenactment betreibt, sollte die Motivwahl konsequent an der dargestellten Epoche ausrichten.

Ja – im Sortiment ist Messingblech in den Stärken 0,5 mm, 0,8 mm und 1,0 mm (jeweils 200 × 200 mm) erhältlich. Das Material eignet sich zum Zuschneiden, Stanzen und Formen individueller Gürtelbeschläge oder Messerscheiden. Für die Bearbeitung reichen einfache Handwerkzeuge wie Blechschere, Feile und Hammer.

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