Wikinger Fibel
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Die Wikinger Fibel war weit mehr als eine schlichte Gewandschließe – sie verband praktischen Nutzen mit Statussymbolik, handwerklicher Kunst und kultureller Identität. Wer eine nordische Fibel für Reenactment, LARP oder den Mittelaltermarkt sucht, findet hier Repliken nach archäologischen Originalfunden aus Birka, Gotland, Kaupang und weiteren Fundorten der Wikingerzeit.
Was ist eine Wikinger Fibel? Funktion und Geschichte
Eine Fibel ist eine Gewandnadel, die aus zwei Grundelementen besteht: einem Bügel und einer Nadel – funktional vergleichbar mit der modernen Sicherheitsnadel. Ihre Hauptaufgabe war das Zusammenhalten von Mantel, Umhang oder Trägerrock. In der wikingerzeitlichen Tracht (ca. 750–1100 n. Chr.) war die Fibel dabei kein reines Alltagswerkzeug, sondern stets auch Ausdruck von Rang, Wohlstand und kultureller Zugehörigkeit.
Die Wurzeln der Fibel reichen weit über die Wikingerzeit hinaus: Bereits in der Eisenzeit schufen germanische Stämme einfache Bügelfibeln aus Bronze und Eisen – diese werden oft als germanische Fibeln bezeichnet und gelten als direkte Vorläufer der wikingerzeitlichen Formen. Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich das Design von schlichten Bogenformen hin zu reich verzierten Prunkstücken mit Tiermotiven, Flechtbändern und Runen.
Das Material einer Fibel sprach eine klare soziale Sprache: Eine einfache Bronzefibel trug der freie Bauer, eine silberne Fibel der wohlhabende Händler oder Krieger, und goldene Fibeln blieben Häuptlingen und der Oberschicht vorbehalten. Auch die Verarbeitung – gegossen, ziseliert oder mit Niello eingelegt – zeigte den Stellenwert des Trägers innerhalb der Gemeinschaft.
Die wichtigsten Typen der nordischen Fibel im Überblick
Ovalfibel & Schalenfibel
Die Ovalfibel, auch Schalenfibel genannt, wurde paarweise am Trägerrock befestigt und zählt zu den charakteristischsten Schmuckstücken der wikingerzeitlichen Frauentracht. Bedeutende Funde stammen aus Oseberg und Saltvik.
Kleeblattfibel
Die Kleeblattfibel mit ihrer markanten dreilappigen Form war in ganz Skandinavien und auf den Britischen Inseln verbreitet. Archäologische Funde belegen sie in Tranby, Stora Ryk, Värnamo und Kaupang – oft im Osebergstil gearbeitet.
Scheibenfibel
Runde Scheibenfibeln wurden häufig im Borrestil (Flechtmuster, Tierköpfe) oder Jellingstil (bandförmige Tiere) verziert und gehörten zu den auffälligsten Schmuckstücken beider Geschlechter.
Buckelfibel
Buckelfibeln zeichnen sich durch erhabene Buckel auf der Oberfläche aus und wirkten durch ihr plastisches Erscheinungsbild besonders prunkvoll. Die Birka-Buckelfibel mit Pferdeköpfen ist ein bekanntes Beispiel.
Dosenfibel
Die zylindrische Kastenform der Dosenfibel ist eine regionale Spezialität aus Gotland. Dort entwickelte sich eine eigenständige Fibeltradition, die sich deutlich von skandinavischen Festlandfunden unterscheidet.
Ringfibel & Gleicharmfibel
Schlichtere Ringfibeln und Gleicharmfibeln fanden im Alltag breiten Einsatz – für Männer und Frauen gleichermaßen. Sie eigneten sich zum Schließen von Umhang oder Tunika und sind durch zahlreiche Funde aus Birka belegt.
Historische Fundorte und Originalvorlagen unserer Fibel-Repliken
Bedeutendste Wikingersiedlung
Birka auf der Insel Björkö im Mälarsee war zwischen dem 8. und 10. Jahrhundert eines der wichtigsten Handelszentren Skandinaviens. Die Ausgrabungen des 19. Jahrhunderts brachten hunderte Gleicharmfibeln, Buckelfibeln mit Pferdeköpfen und einfache Ringfibeln ans Licht – die Grundlage für viele Repliken im heutigen Sortiment.
Insel mit eigener Fibeltradition
Gotland entwickelte über Jahrhunderte eine unverwechselbare Schmucktradition. Die Dosenfibel ist ein typisch gotländisches Stück: zylindrisch, oft mit geometrischen Mustern verziert und in dieser Form nirgendwo sonst in Skandinavien so häufig anzutreffen.
Wichtiger Handelsplatz
Kaupang an der norwegischen Küste war ein bedeutender Umschlagplatz für Handelsgüter aus ganz Europa. Funde von Kleeblattfibeln im Osebergstil belegen den regen kulturellen Austausch zwischen Norwegen, Irland und den Britischen Inseln.
Ålandt und schwedische Funde
Schalenfibeln aus Saltvik (Åland) und Morberg zeigen regionale Stilmerkmale der Wikingerzeit. Die Morberg-Schalenfibel im Jellingstil ist ein besonders dekoratives Stück mit charakteristischen Bandtiermotiven.
Angelsächsische Einflüsse
Funde aus dem britischen Raum belegen den starken angelsächsischen Einfluss auf die wikingerzeitliche Fibelkunst. Die Breitkopffibel von Isle of Wight und die Fibel aus Goldsborough zeigen frühmittelalterliche Stilelemente, die sich von kontinentalen Formen unterscheiden.
Die Replikation nach archäologischen Fundobjekten gibt Reenactoren und Interessierten historische Glaubwürdigkeit – und erlaubt es, die tatsächliche Formensprache der Wikingerzeit in der eigenen Gewandung abzubilden statt auf stilisierte Fantasieversionen zurückzugreifen.
Materialien und Verzierungsstile: Bronze, Silber und Gold
| Material | Historische Bedeutung | Typische Verwendung |
|---|---|---|
| Bronze / Messing | Häufigstes Material | Gleicharmfibeln, Ringfibeln, Kleeblattfibeln – gut gießbar, langlebig, für alle Gesellschaftsschichten |
| Silber | Statussymbol | Schalenfibeln, Buckelfibeln – signalisierte höheren Status, als Zahlungsmittel und Prestigeobjekt weit verbreitet |
| Gold | Oberschicht | Prunkfibeln der Häuptlinge und Anführer – selten, wertvoll, repräsentativ |
| Eisen | Alltagsgebrauch | Einfache Ringfibeln und Nadeln für den täglichen Gebrauch einfacher Bevölkerungsschichten |
Interessant ist, dass die Wikinger Silber gegenüber Gold bevorzugten: Silber war als Zahlungsmittel und Handelsware allgegenwärtig, ließ sich in Stücke zerhacken (sogenanntes Hacksilber) und war somit flexibler im Alltagsleben als das seltenere Gold. Eine silberne Wikinger Fibel hatte daher sowohl praktischen als auch symbolischen Wert.
Die Verzierungsstile folgen der kunsthistorischen Entwicklung der Wikingerzeit: Der Borre-Stil (9.–10. Jh.) bringt ineinander verschlungene Flechtbänder und stilisierte Tierköpfe. Der Jelling-Stil (10. Jh.) arbeitet mit bandförmigen Tieren in eleganter Kurvenführung. Der späte Urnes-Stil (11.–12. Jh.) zeichnet sich durch fein geschwungene Linien und die typische Darstellung der Midgardschlange Jörmungand aus – wie etwa bei der Gewandschließe Jörmungand im Urnes-Stil zu sehen. Tiermotive wie Raben, Schlangen und Pferdeköpfe hatten dabei nicht nur dekorativen Charakter, sondern waren tief in der nordischen Mythologie verwurzelt.
Wikinger Fibel in der Praxis: Gewandung, Reenactment und LARP
Welche Fibel für welchen Zweck? Das hängt vor allem davon ab, welche Gewandung du trägst und welchen historischen Anspruch du verfolgst. Schalenfibeln werden stets paarweise am Wikinger Trägerrock befestigt und gehören zur klassischen Frauentracht. Zwischen den beiden Ovalfibeln spannte die Wikingerin eine Wikinger Fibelkette – ein reich verziertes Schmuckelement aus Perlen, Glassteinen oder Metallringen, das tief in der nordischen Kultur verwurzelt war und oft von Generation zu Generation weitergegeben wurde.
- Replik nach archäologischem Fundobjekt (Fundort und Datierung bekannt)
- Material gemäß historischer Quellenlage: Bronze oder Silber
- Verzierungsstil der dargestellten Epoche und Region beachten
- Paarweise Ovalfibeln für Frauentracht, einzelne Ringfibel für den Umhang
- Kombination mit historisch belegter Fibelkette möglich
- Freiere Stilwahl – Optik steht im Vordergrund
- Bronze-Fibeln bieten optimales Preis-Leistungs-Verhältnis
- Auch angelsächsische oder fränkische Fibeln für nordisch inspirierte Gewandungen geeignet
- Einzelne Ringfibel oder Kleeblattfibel für Umhänge und Mäntel praktisch
- Kombination mit Wikinger Kleidung und Tunika unkompliziert
Für Männer eignen sich vor allem Ringfibeln, Gleicharmfibeln und Kleeblattfibeln zum Schließen des Wikinger Umhangs oder der Tunika. Eine einzelne Fibel am Schulterbereich ist historisch gut belegt und verleiht jedem Wikinger Outfit das entscheidende Detail.
Welche Fibel passt zu deiner Gewandung? Orientierungshilfe nach Preis und Ausführung
Einfache Birka-Fibeln in Bronze oder Silber sowie Gleicharmfibeln und Ringfibeln sind die ideale Wahl für die erste Gewandung. Sie sind historisch belegt, handlich im Format und eignen sich sowohl für Umhang als auch Tunika. Die Fibel aus Goldsborough in Messing ist eine kostengünstige Option mit frühmittelalterlichem Charakter.
Kleeblattfibeln (Tranby, Värnamo, Stora Ryk, Kaupang), Scheibenfibeln im Borrestil und einfache Schalenfibeln bieten mehr Details und stärkere historische Aussagekraft. Sie eignen sich für regelmäßige Marktbesuche und LARP-Einsatz gleichermaßen und sind in Bronze oder versilbert erhältlich.
Die Wikinger Buckelfibel aus Birka mit Pferdeköpfen oder die Morberg-Schalenfibel im Jellingstil richten sich an Reenactoren mit hohem Historizitätsanspruch. Diese Stücke sind nach genauen Originalfunden gearbeitet, detailreich gegossen und in Bronze oder versilbert verfügbar. Für eine schwedische Darstellung empfiehlt sich die Gotland-Dosenfibel, für norwego-irische Kontexte die Kleeblattfibel aus Kaupang.
Ob du eine schlichte Ringfibel für deinen ersten Wikinger-Umhang suchst oder eine detailgetreue Buckelfibel aus Birka für ambitioniertes Reenactment – in unserem Sortiment findest du nordische Fibeln nach archäologischen Originalvorlagen in Bronze und Silber für jedes Budget. Stöbere durch die Kollektion und finde die Fibel, die zu deiner Gewandung und deinem historischen Anspruch passt.
Häufig gestellte Fragen
Eine Wikinger Fibel ist eine Gewandnadel aus Bügel und Nadel – funktional vergleichbar mit einer modernen Sicherheitsnadel. Sie diente dazu, Mantel, Umhang oder Trägerrock zu schließen, war aber gleichzeitig Schmuckstück und Statussymbol. Material und Verarbeitung zeigten den Rang des Trägers innerhalb der Gemeinschaft.
Die wichtigsten Typen sind: Ovalfibel bzw. Schalenfibel (paarweise für die Frauentracht), Kleeblattfibel (dreilappig, für Umhang und Mantel), Scheibenfibel (rund, oft im Borre- oder Jellingstil), Buckelfibel (mit erhabenen Buckeln, besonders prunkvoll), Dosenfibel (zylindrisch, typisch für Gotland) sowie Ringfibel und Gleicharmfibel für den Alltagsgebrauch.
Eine Gewand-Fibel ist eine historische Schließe zum Zusammenhalten von Kleidungsstücken wie Umhang, Mantel oder Trägerrock. Im Reenactment und LARP wird sie heute eingesetzt, um die Gewandung authentisch zu verschließen und gleichzeitig das Erscheinungsbild historisch korrekt zu gestalten. Schalenfibeln werden dabei paarweise am Trägerrock getragen, einzelne Ringfibeln schließen den Umhang.
Die Fibelkette war ein Schmuckelement der Wikingerzeit, das zwischen zwei Ovalfibeln am Trägerrock der Frau befestigt wurde. Sie bestand aus Perlen, Glassteinen oder Metallringen und war oft mit Anhängern verziert. Fibelketten hatten neben ihrer dekorativen Funktion auch symbolische Bedeutung und wurden häufig von Generation zu Generation weitergegeben.
Die Wikinger verwendeten deutlich häufiger Silber als Gold. Silber war als Zahlungsmittel und Handelsware allgegenwärtig – es konnte in Stücke geteilt werden (sogenanntes Hacksilber) und war dadurch flexibler im täglichen Leben. Gold blieb der Oberschicht und Häuptlingen vorbehalten. Das häufigste Material für Fibeln war jedoch Bronze, da es günstig, gut formbar und langlebig ist.









