Schulterplatten
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Schulterplatten — auf Englisch Spaulders oder Pauldrons genannt — gehören zu den markantesten Elementen einer Plattenrüstung und schützen Schultergelenk, Oberarm und je nach Ausführung auch Teile des Halses. Ob du eine historisch orientierte Rüstung für Reenactment oder Schaukampf aufbaust oder einen charakterstarken LARP-Look suchst: In dieser Kategorie findest du Schulterplatten aus Stahl und Leder für unterschiedliche Epochen, Stile und Budgets.
Spaulders, Pauldrons, Galerus — was steckt hinter den Begriffen?
Die Schulterpanzerung trägt je nach Epoche, Region und Sprache unterschiedliche Namen — und die Unterschiede sind nicht nur terminologisch. Der Spaulder (von altfranzösisch espalière) bezeichnet einen segmentierten Schulterschutz, der am Körper befestigt wird, ohne mit dem Brustpanzer verbunden zu sein. Er schützt die Schulter und den oberen Oberarm, lässt sich aber unabhängig tragen. Der Pauldron hingegen ist eine größere, vollständigere Konstruktion: Er überlappt teilweise mit dem Brust- und Rückenpanzer, umschließt die Schulterpartie umfangreicher und ist oft Teil einer vollständigen Plattenpanzerung des Spätmittelalters und der Renaissance.
Der Begriff Schulterpanzer oder Schulterpanzerung wird im deutschen Sprachraum oft als Oberbegriff für beide Varianten verwendet. Der Galerus ist eine Sonderform aus der Antike: ein halbkreisförmiger Schulterring aus Messing, den Gladiatoren — vor allem der Typ Secutor und Myrmillo — auf der Waffenarm-Seite trugen, um Schwerthiebe auf Hals und Schulter abzuwehren. Diese drei Grundformen — Spaulder, Pauldron und Galerus — bilden auch im Sortiment hier die historischen Ankerpunkte, ergänzt um Fantasy-Varianten, die sich stilistisch von diesen Vorbildern inspirieren lassen.
Materialien im Vergleich: Stahl oder Leder?
| Material | Eignung | Typische Verwendung |
|---|---|---|
| Kohlenstoffstahl 16 Gauge (1,6 mm) | Schaukampf / Reenactment | Vierteilige und siebenteilige Schulterplatten, Renaissance-Pauldrons, Visby-Schulterplatten |
| Kohlenstoffstahl 18 Gauge (1,3 mm) | Reenactment / LARP | Fantasy-Schulterplatten mit Klingenbrecher, leichtere Schaukampfvarianten |
| Kohlenstoffstahl 20 Gauge (0,9 mm) | LARP | Schulterplatten mit Schuppenpanzer, Einsteigervarianten für längere Veranstaltungen |
| 100 % Leder (geprägt) | LARP / Fantasy | Leder-Schulterpanzer mit keltischen Motiven (Eber, Spirale, Triskele), Yggdrasil-Prägung, Pferd |
| Messing (gegossen/getrieben) | Antike / Reenactment | Gladiatoren-Galerus im römischen Stil |
Die Gauge-Angabe stammt aus dem angloamerikanischen Maßsystem und bezeichnet die Blechstärke: 16 Gauge entspricht ca. 1,6 mm, 18 Gauge ca. 1,3 mm, 20 Gauge ca. 0,9 mm. Für den Schaukampf gilt 16 Gauge (1,6 mm) als Mindeststandard — dünnere Bleche bieten zwar mehr Beweglichkeit, sind aber für intensiven Kampfeinsatz weniger geeignet. Leder punktet bei langen Veranstaltungen durch geringes Gewicht und Tragekomfort; geprägte Varianten mit Wikinger- und Keltenmotiven wie Yggdrasil, Triskele oder keltischem Spiraldesign eignen sich hervorragend für charakterstarke LARP-Kleidung und Fantasy-Outfits.
Epochen und Stile: Von der Antike bis zur Renaissance
Antike
Der Galerus aus Messing ist der charakteristische Schulterring der römischen Gladiatoren. Er schützte die Schwertarm-Schulter und den Hals gegen Hiebe und wurde historisch aus getriebenem Messing gefertigt. Passend zu einem antiken Rüstungsensemble oder als Sammlerstück.
Frühmittelalter
Die Visby-Schulterplatten aus 16 Gauge Stahl orientieren sich an Funden aus dem skandinavischen Raum. Lamellenpanzer-Schulterplatten im Wikinger- und Rus-Stil ergänzen das frühmittelalterliche Bild — passend zur Wikinger-Kleidung und zu Rus-Kriegerdarstellungen.
Hochmittelalter / 14. Jh.
Einfache segmentierte Schulterplatten mit Lederkanten aus 1,6 mm Stahl entsprechen dem Stil des 14. Jahrhunderts: funktional, beweglich, ohne übermäßige Dekoration. Ein guter Ausgangspunkt für Hochmittelalter-Reenactment und Gambeson-Kombinationen.
Spätmittelalter / Renaissance
Vollbewegte Pauldrons mit Klingenbrecher und polierte Renaissance-Schulterplatten aus 1,6 mm Stahl zeigen den Höhepunkt der Plattenpanzerentwicklung. Geschwärzte oder polierte Ausführungen erlauben die Darstellung unterschiedlicher Stände und Epochen.
Fantasy
Stilisierte Fantasy-Pauldrons mit markanten Klingenbrecher-Elementen, dramatischen Formen und optionalem Schuppenpanzer-Besatz. Auch als Damen-Schulterpanzer erhältlich — für jeden Charakter vom Paladin bis zur Kriegerin.
Schaukampf oder LARP — welche Schulterplatten passen wofür?
- Mindest-Materialstärke 1,6 mm Stahl (16 Gauge)
- Verstellbare Lederriemen und Metallschnallen für sicheren Sitz
- Segmentierung für volle Bewegungsfreiheit im Kampf
- Historische Korrektheit nach Veranstaltungsregeln prüfen
- Kombinierbar mit Halsberge, Kettenhemd und Gambeson
- Leder oder leichteres Stahlblech (18–20 Gauge) ausreichend
- Tragekomfort über viele Stunden entscheidend
- Optik und Charakterdesign spielen größere Rolle
- Geprägte Ledervarianten mit Motiven für individuelle Charaktere
- Auch als Damen-Schulterpanzer und leichte Fantasy-Varianten erhältlich
Preisstufen und Qualitätsniveaus: Was bekommst du für dein Budget?
Leichte Leder-Schulterpanzer mit keltischer Prägung (Eber, Spirale, Triskele, Yggdrasil) oder einfache Stahlvarianten im 20-Gauge-Bereich. Ideal für LARP-Einsteiger, Gelegenheitsnutzer und alle, die ihren ersten Rüstungsaufbau starten. Hauptmarke in diesem Segment: Lord of Battles.
Vierteilige Stahl-Schulterplatten aus 1,6 mm Kohlenstoffstahl — schaukampftauglich, mit Lederriemen und Schnallen. Oder segmentierte Lederplatten mit Schuppenpanzer-Besatz aus 20 Gauge. Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis für regelmäßige LARP- und Schaukampf-Nutzung.
Siebenteilige Schulterplatten aus 1,6 mm Stahl mit maximaler Segmentbeweglichkeit, Renaissance-Pauldrons, Wikinger-Lamellenpanzer oder Fantasy-Pauldrons mit Klingenbrecher (poliert oder geschwärzt). Auch der historische Gladiatoren-Galerus aus Messing fällt in dieses Segment. Hier sind sowohl Lord of Battles als auch Battle Merchant vertreten.
Passform und Befestigung: Worauf du beim Kauf achten solltest
Das wichtigste Merkmal guter Schulterplatten ist die Verstellbarkeit: Verstellbare Lederriemen mit Schnallen ermöglichen eine Anpassung an verschiedene Körpergrößen und Körperbauformen. Achte beim Kauf auf die angegebene Riemenlänge und den Verstellbereich — zu kurze Riemen können dazu führen, dass die Platten nicht korrekt sitzen oder sich beim Kampf verschieben.
Wer eine vollständige Rüstung aufbaut, sollte das Layering-System von Anfang an mitdenken: Unter den Schulterplatten wird meist ein Gambeson getragen, darüber optional ein Kettenhemd. Die Kombination beeinflusst, wie eng oder locker die Schulterplatten sitzen und welche Riemenlängen du benötigst. Eine Halsberge schließt die Lücke zwischen Helm und Schulterpanzer und ist für Schaukampf-Darstellungen in vielen Epochen unverzichtbar.
Der Unterschied zwischen freistehenden Spaulders und Pauldrons mit Brustplattenanbindung ist beim Aufbau einer vollständigen Rüstung relevant: Spaulders lassen sich eigenständig tragen und kombinieren, während Pauldrons für den Anschluss an einen Brustpanzer und Harnisch konzipiert sind und im Komplettrüstungsaufbau mehr Halt und Schutz bieten. Ergänze deinen Aufbau mit passenden Armpanzern, Beinpanzern und Plattenhandschuhen zu einem stimmigen Gesamtbild.
Von der einfachen Leder-Schulterplatte mit keltischer Prägung bis zum siebenteiligen Renaissance-Pauldron aus 1,6 mm Stahl — such dir die Variante heraus, die zu deiner Epoche, deinem Einsatzzweck und deinem Budget passt, und ergänze dein Outfit mit passendem Armpanzer, Brustpanzer oder Halsberge und Kragen zu einer stimmigen Rüstung.
Häufig gestellte Fragen
Die Schulterpanzerung heißt je nach Epoche und Bauart Spaulder oder Pauldron. Ein Spaulder ist ein segmentierter Schulterschutz ohne feste Anbindung an den Brustpanzer, während ein Pauldron eine größere, vollständigere Konstruktion ist, die mit Brust- und Rückenpanzer verbunden wird. Im deutschen Sprachraum werden beide oft unter dem Begriff Schulterplatten oder Schulterpanzer zusammengefasst. In der Antike trug der Gladiator einen Galerus — einen halbkreisförmigen Schulterring aus Messing.
Eine vollständige Plattenrüstung — auch Harnisch oder Plattenpanzer genannt — besteht aus mehreren Einzelteilen: Helm, Halsberge (Kragen), Schulterplatten (Pauldrons/Spaulders), Brustpanzer (Kürass), Armpanzer (Rerebrace, Couter, Vambrace), Plattenhandschuhe, Beinpanzer (Cuisse, Poleyn, Greave) und Schuhpanzer (Soleret). Darunter wird in der Regel ein Gambeson und/oder ein Kettenhemd getragen, das Stöße dämpft und die Haut vor dem Metall schützt.
Für den Schaukampf gilt 16 Gauge (ca. 1,6 mm Kohlenstoffstahl) als gängige Mindestanforderung. Diese Stärke bietet ausreichend Schutz und ist gleichzeitig noch gut segmentierbar für volle Bewegungsfreiheit. 18 Gauge (1,3 mm) eignet sich für leichtere Reenactment-Darstellungen und LARP, 20 Gauge (0,9 mm) ist hauptsächlich für LARP und Gelegenheitsnutzer gedacht. Prüfe vor dem Kauf immer die spezifischen Materialanforderungen deiner Veranstaltung oder deines Vereins.
Ja — das sogenannte Layering-System ist historisch typisch: Unter den Schulterplatten wird ein Gambeson (gepolstertes Unterkleid) und/oder ein Kettenhemd getragen. Das beeinflusst die nötige Riemenlänge und den Sitz der Schulterplatten. Achte beim Kauf auf verstellbare Lederriemen mit ausreichendem Verstellbereich. Eine Halsberge schließt zudem die Lücke zwischen Helm und Schulterpanzer.
Ein Spaulder ist ein eigenständiger, segmentierter Schulterschutz, der mit Riemen am Körper befestigt wird, ohne mit dem Brustpanzer verbunden zu sein — er eignet sich daher gut als einzelnes Rüstungselement. Ein Pauldron ist eine größere Konstruktion, die die Schulter vollständiger umschließt und in der Regel an einen Brustpanzer angebunden wird. Pauldrons sind typisch für die Spätgotik und Renaissance, Spaulders finden sich häufiger in früheren Epochen.









